Angst ist ein Gefühl, ein Grundgefühl, das alle Menschen kennen, es ist eines der mächtigsten Gefühle. Gefühle dienen dem Überleben, sie sind aber auch Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation. Auch Tiere kennen die Angst.
Angst ist also etwas ganz Normales, Angst gehört zum Leben. Sie ist ein in die Zukunft gerichtetes Warnsignal. Sie löst einen Fluchtinstinkt aus, stellt dafür große Energie zur Verfügung, schützt so vor Gefahr und dient der Selbsterhaltung.
Ängste treten immer dann auf, wenn wir uns auf etwas Neues einlassen. Angst regt das Nervensystem an, damit es zu Höchstleistungen fähig ist, damit wir wachsamer werden, konzentrierter und bereit sind für eine Handlung. Angst versetzt uns in einen Alarmzustand und erleichtert es uns, Situationen zu bewältigen, in denen wir uns nicht sicher fühlen, mit denen wir - noch - nicht umgehen können. Angst hilft uns einerseits beim Überleben und zeigt uns durch ihre Signale andererseits, wo wir uns noch weiter entwickeln können. Angst ist also ein absolut lebenswichtiges, natürliches Gefühl. Ein Mensch, der keine Angst empfinden kann, würde sich ständig in Lebensgefahr befinden.
Es kann also nicht unser Ziel sein, Angstfreiheit zu erreichen, ein wichtiger Entwicklungsreiz würde uns dann fehlen. Oft zeigt Angst, dass zwischen inneren und äußeren Reizen einerseits und unserer noch unentwickelten Fähigkeit, damit umzugehen, ein Widerspruch besteht. Deshalb ist Angst auch mit Stress verbunden.
Wir Menschen sind unseren Gefühlen nicht ausgeliefert. Unsere herausragende Rolle in der Evolution erklärt sich vermutlich aus unserer Möglichkeit, die emotional in Gang gesetzten Programme auch wieder stoppen oder variieren zu können. Wir Menschen können unsere Gefühle kontrollieren, zumindest können wir das lernen.